Was Jürgen Enninger gut gemacht hat
- Matthias Keller

- 7. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen

Dies ist noch Blindtext! Mehr bewegt als viele vor ihm
Als Jürgen Enninger vor fünf Jahren das Amt des Kulturreferenten übernahm, war die Erwartungshaltung überschaubar. Kulturpolitik ist selten das Thema, mit dem Wahlen gewonnen werden. Und Sportpolitik schafft es meist nur dann in die Schlagzeilen, wenn irgendwo eine Turnhalle undicht ist oder ein Stadion Geld kostet. Umso bemerkenswerter ist, was Enninger in seiner Amtszeit gelungen ist.
Man muss seine politischen Positionen nicht teilen, um anzuerkennen: Augsburgs Kultur- und Sportlandschaft hat in den vergangenen Jahren spürbar an Profil gewonnen.
Enninger hat das Kulturreferat aus der Nische geholt. Kultur war unter ihm nicht bloß die Verwaltung von Theatern, Museen und Förderanträgen. Sie wurde als Teil der Stadtentwicklung verstanden. Die Frage lautete nicht nur: Welche Veranstaltung findet statt? Sondern: Welche Stadt wollen wir sein?
Besonders sichtbar wurde das bei der Entwicklung des Gaswerks. Was lange Zeit als schwieriges Gelände mit viel Potenzial galt, entwickelte sich zu einem kulturellen Anziehungspunkt weit über Augsburg hinaus. Natürlich ist ein solcher Wandel nie das Werk einer einzelnen Person. Aber Enninger hat ihn konsequent begleitet, moderiert und vorangetrieben.
Auch die freie Kulturszene fand unter ihm Gehör. Gerade kleinere Initiativen, Vereine und Kreative hatten häufig den Eindruck, dass ihre Anliegen ernst genommen werden. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit. In der Kommunalpolitik ist es das nicht.
Hinzu kam eine Eigenschaft, die im politischen Betrieb selten geworden ist: Enninger war sichtbar. Er versteckte sich nicht hinter Verwaltungsvorlagen oder Pressemitteilungen. Wer kulturelle Veranstaltungen in Augsburg besucht hat, begegnete ihm regelmäßig. Nicht als Hauptdarsteller, sondern als jemand, der Interesse zeigte. Politik beginnt oft genau dort – beim Zuhören.
Ähnliches gilt für den Sport. Auch hier beschränkte sich sein Blick nicht auf den Profisport oder große Leuchtturmprojekte. Enninger verstand, dass das Fundament einer Sportstadt aus Ehrenamtlichen, Vereinen, Jugendtrainern und Menschen besteht, die Woche für Woche Plätze markieren, Trikots waschen und Kinder trainieren.
Die Herausforderungen waren dabei alles andere als klein. Sanierungsbedürftige Sportstätten, steigende Kosten, Flächenkonkurrenz und eine Pandemie, die Vereine an ihre Grenzen brachte. Viele Probleme sind bis heute nicht gelöst. Aber der Eindruck blieb, dass das Referat diese Probleme nicht verwaltete, sondern anpackte.
Natürlich gab es Konflikte. Es gab Projekte, die länger dauerten als geplant. Entscheidungen, über die man streiten kann. Das gehört zu jeder politischen Amtszeit. Wer gestaltet, macht sich angreifbar. Wer keine Fehler machen will, bewegt am Ende oft gar nichts.
Genau deshalb fällt die Bilanz von Jürgen Enninger positiv aus. Nicht weil alles perfekt gewesen wäre. Sondern weil er gezeigt hat, dass kommunale Kultur- und Sportpolitik mehr sein kann als das Verwalten des Bestehenden.
Augsburg ist heute kulturell sichtbarer, vielfältiger und selbstbewusster als noch vor einigen Jahren. Daran haben viele Menschen Anteil. Jürgen Enninger gehört zweifellos dazu.
Und das ist mehr, als man über so manchen Referenten sagen kann, dessen Amtszeit in der Erinnerung der Stadt kaum Spuren hinterlassen hat.
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